Historie

Wiederaufbau einer historischen Fachwerkscheune und Gründung des „Heimatverein Gyhum e.V.“

Im Winter 2010/2011 sollte eine alte Hofscheune auf dem Hof von Familie Hastedt in Gyhum abgerissen werden. Ursprünglich gehörte diese Scheune  zum Hüser Hof. Es handelt sich hierbei um eines der wenigen noch existierenden historischen Fachwerkgebäude. Seitens einiger Gyhumer Dorfbewohner kam die Idee auf, diese Hofscheune zu retten, somit vor dem drohenden Abriss zu bewahren und an anderer Stelle wieder aufzubauen.

alte Scheune ehemals am Grund 8

Bei der jährlich stattfindenden Bürgerversammlung wurde diese Idee den anwesenden Bürgern vorgestellt. Es wurde gleichzeitig gefragt, ob die Gyhumer Bürger Interesse daran haben und sich vorstellen können, diese alte Hofscheune für die Nachwelt zu erhalten. Bedingung war, es muss sich eine Gruppe oder ein Verein finden, die oder der dies Projekt „Hofscheune“ übernimmt, betreut und pflegt. Über 90% der anwesenden Bürger sprachen sich dafür aus. Da sich keiner der bestehenden Gyhumer Vereine an dieses Projekt herantraute, wuchs die Idee einen Heimatverein zu gründen

Schon ein paar Tage nach dieser Versammlung begannen Freiwillige mit dem Abbau der alten Hofscheune. Das Material der Hastedtschen Scheune wurde bis auf weiteres eingelagert.

Jetzt musste ein geeignetes Grundstück gefunden werden, ein leerstehendes Grundstück in der Eichenstraße, Besitzer Reha-Klinik Gyhum, war unser Favorit. Unser Bürgermeister Friedhelm Helberg übernahm die Verhandlung mit Herrn Kettner, dem Leiter der Klinik. Dieser fand die Idee gut und nach kurzer Überlegung schenkte er der Gemeinde Gyhum dieses freie Grundstück mit der Zweckbestimmung „Aufbau einer hitorischen Hofscheune“.

Grundstück an der Eichenstraße

Am 7.2.2012 wurde dann von 39 Bürgern der Heimatverein Gyhum e.V. gegründet. Heute 2019 zählt der Verein bereits 200 Mitglieder.

Gründungsmitglieder

In Freetz wurde der Kogge Hof abgerissen, hier konnten wir sehr viele Ziegelsteine holen.

Links der Kogge-Hof Foto: Fricke

Teile des Haues sollen wiederverwendet werden. Die Bergung dieser Teile war mit Thomas Kogge einvernehmlich vereinbart worden. Die beiden Giebel des Hauses finden ebenfalls Wiederverwendung. Da kümmert sich Holger Wilkens, Mitglied der Interesengemeinschaft Bauernhaus (IGB). Der vordere ght nach Hatzte und soll“irgendwann“ dort für den Wiederaufbau eines Hauses genutzt werden, der hintere kommt in Gyhum zum Einsatz, wo ein historischer Schuppen gebaut wird.

So war es unter anderem, in einem  Pressebericht am 18. Februar 2013, in der Zevener Zeitung zu lesen.

Steine sichern in Freetz

Dann sollte in Brockel ein kompletter kleiner Hof abgerissen werden.

Dachziegel abnehmen in Brockel

Den guten Kontakt von Jürgen Heitmann, zu Familie Lüdemann, haben wir es zu verdanken, dass wir hier Dachziegel und Weitere Ziegelsteine holen durften.

Feldsteine für den Sockel und Hof wurden in der Gyhumer Feldmark gesammelt und größtenteils gestiftet.

Die Hofscheune war noch nicht ganz fertig, da wurde der Heimatverein auf die Aktion „Von Kunnst zu Kunst“ der Gesundregion aufmerksam. Hier wurden Skulpturen von Künstlern aus ganz Deutschland an interessierte Gemeinden in der Region vergeben. Wir suchten uns die Skulptur “ Sternensucher“ vom Künstler Simon Stiegler aus Grafenhausen im Schwarzwald aus. Die Skulptur wurde vom Künstler persönlich aufgestellt und bei der Einweihungsfeier der Hofscheune am 1. Juni 2014 feierlich enthüllt.

Skulptur „Sternensucher“ vom Künstler Simon Stiegeler

Ein Gemeischaftsprojekt                                                                                            Historische Hofscheune in Gyhum eingeweiht                                              (Pressebericht der Rotenburger Rundschau Juni 2014)

Symbolische Übergabe des Schlüssels durch Bürgermeister Lars Rosebrock an W.Brüning. Foto: Königsmann

Gyhum (sk). Gleich doppelten Grund zum Feiern gab es in Gyhum. Der Heimatverein hatte die Bürger eingeladen zur Einweihung der historischen Hofscheune, die in der Eichenstraße in Gyhum neu aufgebaut wurde und nun als weiterer Treffpunkt das Gemeindeleben bereichern soll.                                  Der Heimatverein, der eigens für dieses Projekt gegründet wurde, hat inzwischen beachtliche 180 Mitglieder, worunter auch die jüngere Generation vertreten ist und neue Ideen einbringt. Darauf verwies der Vereinsvorsitzende Werner Brüning stolz in seiner Ansprache und dankte zugleich den vielen Unterstützern, so auch dem Reha-Zentrum, das das Grundstück stiftete.  Brüning hob hervor:“ Die Hofscheune ist ein Gemeinschaftsprojekt des Heimatvereins mit seinen Unterstützern.“ So sei nicht nur reichlich Arbeitsleistung erbracht worden, sondern es wurde beispielsweise auch Baumaterial gespendet oder von Gebäuden zur Verfügung gestellt, die abgerissen wurden.                                                                                                                        Nun soll die Scheune nicht nur dem Heimatverein zugänglich sein, sondern als Veranstaltungsort allen Gyhumern und den umliegenden Ortschaften in Absprache mit dem Heimatverein zur Verfügung stehen. So wird im August ein Oldtimer Trecker-Treffen stattfinden – einige dieser Landmaschinen waren auch am Sonntag zu bewundern. Auch Bürgermeister Lars Rosebrock hob die Bedeutung der Scheune als neuen Dorfmittelpunkt in seiner Ansprache hervor: „Ich freue mich, dass hier nicht nur ein neuer Dorfplatz entstanden ist. sondern in dem Zusammenhang auch ein neuer Verein ins Leben gerufen wurde.“                                                                                                                                              Gefördert wurde das Projekt vom Landkreis Rotenburg sowie von der Europäischen Union im Rahmen des Projektes Europa fördert Niedersachsen. Am Vormittag wurde bereits die Skulptur Stenensucher enthüllt, die nun den Hofplatz vor der Scheune ziert   – eine Arbeit der Schwarzwaälder Holzbildhauerei Stiegeler. Im Anschluss an die offizielle Schlüsselübergabe zeigte der Heimat- und Trachtenverein  der Börde Elsdorf sein können.

Der Anbau der vorsorglich schon bei der Planung und Antragstellung der Hofscheune als Abstellraum mit angehängt wurde, ist in Eigenarbeit zur Toilette und Küche ausgebaut worden.

Kurz nach der Vereinsgründung bekamen wir schon historische Handwerkzeuge und Haushaltsgeräte von der Dorfbevölkerung gestiftet. So entseht so nach und nach ein kleines Museum.

Nach Vereinsgründung und Fertigstellung der Hofscheune galt es die Hofscheune mit Leben zu füllen. Neben den eigenen Vorstandssitzungen und Mitgliedsversammlungen des HVG, nutzen auch andere Gyhumer Vereine das Gelände. Alle Mitglieder des HVG können die Hofscheune und Außenanlagen für private Feiern mieten. Die Veranstaltungen des HVG werden gut von der Dorfbevölkerung sowie der Umgegend angenommen.

  • Kartoffelfest, Vereinsfeste
  • Gyhumer Oldtimer Trecker Treck
  • Private Geburtstags-, Konfirmation- sowie Hochzeitsfeiern, Trauungen
  • Div. Konzerte in der Hofscheune in allen Musikrichtungen
  • Grünkohltouren, Grillfeste
  • Weihnachtsbaum schmücken von den Gyhumer-Bergwichteln Kindergarten und Kinderkrippe
  • Adventsnachmittag / Glühweintrinken
  • Vermietung an andere Gyhumer-Vereine für deren Anlässe

Für all diese Veranstaltungen haben wir nach und nach einiges an Equipment angeschafft. Diese Sachen lagern jetzt in der Hofscheune und in privaten Scheunen und müssen für jede Veranstaltung umgepackt werden.

Bei der Mitgliederversammlung am 11.11.2016 wurde darüber abgestimmt, ein Backhaus oder eine Remise zu bauen. Mehrheitlich sprach sich die Versammlung für den Bau einer Remise aus. Alleine könnte der HVG solch ein Projekt nicht bewältigen. Unmittelbar nach dieser Versammlung machte sich der Vorstand an die Arbeit, es wurde eine Zeichnung nach Muster einer historischen Remise erstellt. Wir informierten uns wo und von wem es Zuschüsse gibt. Es wurde ein Antrag an die Gemeinde, an den Landkreis und an das Amt für regionale Landesentwicklung in Lüneburg/Verden gestellt. Von der Gemeinde und vom Landkreis bekamen wir schnell eine Zusage, am         19. März 2019 kam auch die Zusage vom Amt für regionale Landes-entwicklung. Sofort wurde der Bauantrag für eine Baugenehmigung gestellt, die dann am 7. Juni, mit etwas verzögerung, erteilt wurde.

Am 17. Juni rückte dann der Bagger für die Erdarbeiten an, anschlißend wurde auf dem Fundament der Sockel gemauert. Einen Monat später begannen die Zimmerleute das Fachwerk sowie das Dach aufzustellen.

Schon am 8. August 2019 wurde der letzte Stein gemaueret. Jetzt mussten noch die Regenwasserrohre und Stromleitung verlegt, sowie der Boden in der Remise gepflastert werden. Diese Arbeiten wurden in Eigenleistung erledigt.

Die Einweihungsfeier der Remise war für Frühjahr 2020 geplant.